dass wir sterben müssen …

Die Möglichkeit, selber zu sterben, gerät mit dem Corona-Virus im eigenen Bewusstsein wieder stärker in den Vordergrund. Und alle Kräfte der Gesellschaft werden mobilisiert, um diesem Tod zu entgehen.

Der Eifer bei der Corona-Bekämpfung irritiert mich. Schließlich arbeiten viele daran, dass sie vorzeitig sterben. Wer raucht, wer Alkohol missbraucht, wer zu viel und falsch isst, wer sich zu wenig bewegt, wer eine Risikosportart betreibt, wer keinen Spaß hat – sie alle sorgen dafür, dass sie wahrscheinlich vorzeitig sterben werden. Zusätzlich werden viele frühe Tode in Kauf genommen durch Klimawandel, vorhersehbare Arbeitsunfälle, Armut und Kriege.

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Das Zeichen gegen die Wut

Der Regenbogen hat Konjunktur in diesen Zeiten. Er ist ein gutes Symbol, wenn man Angst hat. Uns Christen und auch die Juden erinnert der Regenbogen daran, dass Gott unsere Erden nicht mehr vernichten will. So zerbrechlich und fein dieses Naturschauspiel zu sein scheint, es verfehlt nie seinen Zauber.  Und es bringt einen dazu, staunend zu schauen, was da aus Sonnenlicht und Wassertröpfchen an den Himmel gemalt ist. Auch trübe Tage erhalten dadurch einen Glanz.

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Bei der Schlussglocke wird geklatscht

An der Wall Street gibt es noch eine Präsenzbörse. Dort stehen die Händler unten im Saal und auf dem Balkon präsentiert sich jeden Tag irgendeine Firma. Und zum Handelsschluss erschallt die Schlussglocke und dann wird enthusiastisch geklatscht. Und das auch an den finstersten Tagen, an denen die Kurse krachend einbrachen, Milliarden Dollar vernichtet wurden und tiefe Wirtschaftskrisen ihr Momentum entfalteten. Das war 2000 so und 2008 und auch davor, wenn der Blick in die Zukunft nur noch finster war. Bei der Schlussglocke wird geklatscht. Denn die Marktteilnehmer glauben an die Börse und den Erfolg des Kapitalismus. Sie wollen den Erfolg und es ist auch immer wieder bergauf gegangen.

Die Kirchen in Deutschland machen das ganz anders.

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Schaf bleibt Schaf

Ich habe mich in ihr getäuscht. Man sagt doch immer, sie wäre eine Herde von Schafen mit ihrem Hirten. Das sagt man so. Aber sie ist es wirklich – die Kirche.

Ich habe immer etwas anderes von ihr erwartet. Das liegt daran, dass ich Jesus so liebe. Und ich stelle mir vor, die Kirche wäre so wie Jesus und seine Jünger oder wie die Gemeinden des Paulus – eine Avantgarde in ihrer Zeit. Ich habe immer gedacht, die Kirche ginge ihrer Gesellschaft voraus oder hätte zumindest eine wichtige Funktion in ihrer jeweiligen Welt. Ich dachte, die Kirche könnte integrieren und diese Welt menschlicher machen – sie könnte Hoffnung stiften wie Jesus für seine Zuhörer und wie er mutig dafür eintreten.

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Unser Nachbar und die Kirche

Unser Nachbar hat das alte Pfarrhaus unterhalb unserer Kirche gekauft. Er ist Muslim und wollte dieses Haus unbedingt haben. Einen hohen Preis hat er dafür bezahlt und es dann aufwändig saniert.

Manchmal spricht er mich an, weil unsere große altehrwürdige Kirche so leer ist. Manchmal macht er sich darüber lustig, aber meistens bedauert er es. Er würde nämlich gerne im Schatten einer starken lebendigen Kirche wohnen.

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Die Versuchung der Kathedrale

Für Touristen sind sie ein Magnet – die großen altehrwürdigen Kirchen. Touristen wollen hineingehen, Kulturbeflissene suchen in ihnen nach Kunstschätzen.

Für ihre Eigentümer sind sie eine Versuchung, – immer weiter Unsummen in die Steine investieren – auch dann noch, wenn das Gebäude schon längst seine Funktion und Attraktivität verloren hat. Immer hoffend, dass sich das großartige Haus eines Tages wieder füllen wird. Und so fehlt das Geld für die Innovation und irgendwann machen die Eigentümer pleite.    „Die Versuchung der Kathedrale“ weiterlesen

Glaube und Spekulation

Ein Gläubiger müsste ein guter Spekulant sein. Und ein Spekulant könnte auch ein guter Gläubiger sein. Für beide ist die Zukunft ein Hoffnungsort, wo ihre begründeten Ahnungen in Erfüllung gehen sollen. Oder: die Zukunft ist ihnen ein Ziel, das sie in Umrissen zu erkennen glauben und für die sie sich in der Gegenwart positionieren.   „Glaube und Spekulation“ weiterlesen