Die Schönheit eines Tauendes

Wer kennt es – dieses sinnliche Erlebnis, sie in die Hand zu nehmen? Sie, die so geschmeidig sich winden kann, innen voller Kraft ist und außen fest anzufassen. Sie, die viel aushält – auch die Hitze der Reibung, die Sonnenstrahlen guter Tage und die himmlische Feuchte. Wer kennt noch dieses sinnliche Erlebnis zu ahnen und zu wissen, wohin es führt, wenn man ihr folgt, was passiert, wenn man sie an sich zieht und wenn man sie entgleiten lässt? Dieses Erlebnis, das viel mehr umfasst als nur sie zu berühren. Das einen in eine Welt entkommen lässt voll Abenteuer und Bewährung, voller Hingabe und Überraschung.   

Ich meine das sinnliche Erleben, die Leine eines Segelbootes zu ergreifen. Das Erleben, das sich sogar einstellen kann, wenn dieses Tauende gar nicht mit einem solchen Boote verbunden ist. Es weist sozusagen über sich selbst hinaus. Und zugleich weist es – nur dem Berufenen – den Weg zu seiner inneren Bestimmung.

Ein solches Tauende gilt es zu ergreifen. Das ist ganz wichtig für den Ertrinkenden im Ozean des Lebens – und erst recht bedeutsam für den Navigator auf den Wellen seiner Bestimmung.

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