Zuversicht

Ein Mensch, der Zuversicht verkörpert wie kein anderer, ist für mich Christopher Columbus. Er hatte ein Ziel. Er wollte Indien auf dem Seeweg erreichen, indem er nach Westen segelte. Das erforderte in seiner Zeit viel Zuversicht. Es war noch nicht allgemein anerkannt, dass die Erde eine Kugel ist. Und: So weit waren erst die Isländer 500 Jahre zuvor nach Westen gefahren. Aber das hatte man im 15. Jahrhundert vergessen. Zuversicht muss für Columbus ein sehr starker Antrieb gewesen sein. Denn es gelang ihm, gegen Aberglauben und Widerstände Geldgeber zu finden. Und es gelang ihm, die Überfahrt trotz mancher Meutereien seiner Mannschaft zu meistern. Von Zuversicht getrieben entdeckte er für die Europäer zum zweiten Mal Amerika. Columbus aber glaubte bis an sein Lebensende, er hätte die Ostküste Indiens erreicht.

Das ist schon tragisch. Seine Zuversicht hatte ihm einen enormen Antrieb verliehen. Aber er hatte sich geirrt. Und dennoch war das Ergebnis seiner Seereisen äußerst bedeutsam.

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Fearless Girl

Wir sind eine echte Krise nach 10 Jahren Bullenmarkt gar nicht mehr gewohnt. Der Coronacrash hat uns vielleicht etwas Angst eingejagt, aber ist bisher doch recht glimpflich vorüber gegangen. Da kommen die echten Tugenden eines Börsianers etwas aus der Übung. Deshalb habe ich jetzt die Statue des Fearless Girl auf meinen Desktop geholt.

Ursprünglich bot es dem Charging Bull in New York paroli. Jetzt steht es der New Yorker Börse gegenüber. Das Fearless Girl verkörpert für mich die Haltung eines erfolgreichen Investors. Gerade, wenn die Angst einen Abgrund zu öffnen scheint und wenn sie wie Efeu eine Wand hochklettert, gilt es aufrecht und mutig zu sein.

Das Fearless Girl will auch Frauen ermutigen, es mit der Börse aufzunehmen. Und es will Investmentfirmen dazu bringen, Frauen einzustellen. Vielleicht gelingt das ja. Frauen sind oft erfolgreiche Investorinnen. Es wäre doch schön, wenn sie ihren Beitrag bei der Investorengemeinde einbrächten.

Windschutzscheiben-Philosophie

Meine Windschutzscheibe ist vollgeklebt von Fruchtfliegen – sehr ärgerlich und schwer zu entfernen. Dabei müsste ich die Fliegenleichen auf meinem Auto eigentlich mögen. Sie sind ein Zeichen, dass es noch Insekten gibt. Das Leben regt sich eben doch und Mutter Natur ist immer bereit, sich ihr Territorium wieder zu erobern.

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dass wir sterben müssen …

Die Möglichkeit, selber zu sterben, gerät mit dem Corona-Virus im eigenen Bewusstsein wieder stärker in den Vordergrund. Und alle Kräfte der Gesellschaft werden mobilisiert, um diesem Tod zu entgehen.

Der Eifer bei der Corona-Bekämpfung irritiert mich. Schließlich arbeiten viele daran, dass sie vorzeitig sterben. Wer raucht, wer Alkohol missbraucht, wer zu viel und falsch isst, wer sich zu wenig bewegt, wer eine Risikosportart betreibt, wer keinen Spaß hat – sie alle sorgen dafür, dass sie wahrscheinlich vorzeitig sterben werden. Zusätzlich werden viele frühe Tode in Kauf genommen durch Klimawandel, vorhersehbare Arbeitsunfälle, Armut und Kriege.

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Das Zeichen gegen die Wut

Der Regenbogen hat Konjunktur in diesen Zeiten. Er ist ein gutes Symbol, wenn man Angst hat. Uns Christen und auch die Juden erinnert der Regenbogen daran, dass Gott unsere Erden nicht mehr vernichten will. So zerbrechlich und fein dieses Naturschauspiel zu sein scheint, es verfehlt nie seinen Zauber.  Und es bringt einen dazu, staunend zu schauen, was da aus Sonnenlicht und Wassertröpfchen an den Himmel gemalt ist. Auch trübe Tage erhalten dadurch einen Glanz.

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Glück gehabt

2019 haben wir an der Börse wirklich Glück gehabt. Wer hätte das gedacht am Anfang dieses fulminanten Börsenjahres? Die meisten Experten waren sehr skeptisch. Nur einige Hellsichtige konnten einen positiven Verlauf erkennen. – Es war also Glück. Oder war es doch Können und Disziplin, wenn man am Ende des Jahres mit 20 % Gewinn da steht?

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Der Index ist ein Quant

Unter Anlegern gibt es schon mal Diskussionen, ob man lieber in einen aktiv gemanagtes Fonds oder in einen passiven Fonds, der einen Index abbildet ( ETF ), investieren sollte.

Was das Ergebnis angeht, haben Langfristvergleiche ergeben, dass kaum ein aktiv gemanagter Fonds langfristig den Index schlägt. Aber das soll hier nicht das Thema sein.

Ich möchte die Frage stellen, ob Index-Fonds wirklich passive Investments sind.

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Bei der Schlussglocke wird geklatscht

An der Wall Street gibt es noch eine Präsenzbörse. Dort stehen die Händler unten im Saal und auf dem Balkon präsentiert sich jeden Tag irgendeine Firma. Und zum Handelsschluss erschallt die Schlussglocke und dann wird enthusiastisch geklatscht. Und das auch an den finstersten Tagen, an denen die Kurse krachend einbrachen, Milliarden Dollar vernichtet wurden und tiefe Wirtschaftskrisen ihr Momentum entfalteten. Das war 2000 so und 2008 und auch davor, wenn der Blick in die Zukunft nur noch finster war. Bei der Schlussglocke wird geklatscht. Denn die Marktteilnehmer glauben an die Börse und den Erfolg des Kapitalismus. Sie wollen den Erfolg und es ist auch immer wieder bergauf gegangen.

Die Kirchen in Deutschland machen das ganz anders.

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